Dartscheiben, Darts und Ausrüstung wie ein Profi
Eine gute Dartscheibe kann viele Jahre halten – oder bereits nach vergleichsweise kurzer Zeit deutliche Verschleißspuren zeigen. Der Unterschied liegt häufig nicht am Board selbst, sondern daran, wie es benutzt wird. Besonders das 20er-Segment wird beim klassischen Steeldart erheblich stärker beansprucht als andere Bereiche. Wer sein Dartboard regelmäßig dreht, verteilt diese Belastung auf die gesamte Spielfläche und verlängert damit die Lebensdauer erheblich. Dafür braucht es weder Werkzeug noch komplizierte Pflege. Der Zahlenring wird gelöst, die Scheibe um einige Segmente gedreht und anschließend wieder korrekt ausgerichtet. Entscheidend ist vor allem, damit nicht erst anzufangen, wenn die Triple 20 bereits sichtbar zerstört ist.
Beim klassischen 501-Spiel zielen die meisten Spieler einen großen Teil ihrer Würfe auf die Triple 20. Auch beim Training wird dieses Segment besonders häufig genutzt. Während andere Bereiche des Boards vielleicht nur gelegentlich einen Dart abbekommen, landen im oberen Zentrum Hunderte oder Tausende Treffer.
Die Belastung konzentriert sich dabei nicht gleichmäßig auf das gesamte 20er-Feld. Besonders die relativ kleine Triplefläche und die unmittelbar angrenzenden Bereiche werden immer wieder getroffen.
Dadurch werden die Sisalfasern an dieser Stelle stärker beansprucht als im übrigen Board. Ohne Rotation entsteht deshalb irgendwann ein deutlich sichtbarer Unterschied zwischen dem stark bespielten oberen Bereich und nahezu unberührten Segmenten.
Hochwertige Steeldartboards bestehen aus dicht gepressten Sisalfasern. Dringt eine Dartspitze zwischen diese Fasern ein, werden sie zunächst auseinandergedrückt.
Nach dem Herausziehen des Pfeils bewegen sie sich teilweise wieder zurück. Daher stammt der Eindruck, ein gutes Dartboard könne sich selbst „heilen“.
Tatsächlich wachsen entstandene Löcher natürlich nicht wieder zu. Die Fasern richten sich lediglich neu aus. Bei sehr vielen Treffern an exakt derselben Stelle werden sie zunehmend beschädigt und verdichtet.
Deshalb ist es so wirkungsvoll, stark beanspruchten Bereichen regelmäßig eine Pause zu gönnen.
Die Bezeichnung „Dartscheibe drehen“ kann zunächst missverständlich sein. Natürlich reicht es nicht aus, einfach nur den Zahlenring umzusetzen.
Die gesamte Sisalscheibe wird innerhalb ihrer Wandhalterung gedreht. Anschließend wird der Zahlenring so neu positioniert, dass die 20 wieder exakt oben steht.
Dadurch befindet sich hinter der 20 nun ein bisher weniger bespielter Abschnitt des Sisals.
Die offiziellen Zahlen bleiben also an ihren gewohnten Positionen. Nur das darunterliegende Material wechselt.
Bei vernünftigen Steeldartboards ist der äußere Zahlenring abnehmbar. Er sitzt meist mit kleinen Klammern oder Halterungen am Rand des Boards.
Zum Drehen wird dieser Ring gelöst beziehungsweise abgenommen. Anschließend lässt sich das Board in seiner Halterung um einige Segmente drehen.
Danach wird der Zahlenring wieder so befestigt, dass die 20 oben und die 3 unten steht.
Ein guter Zahlenring ist deshalb nicht nur ein optisches Bauteil. Er gehört zum Wartungskonzept einer langlebigen Dartscheibe.
Theoretisch könnte nach jeder Rotation das unmittelbar benachbarte Segment die Position der 20 übernehmen. Sinnvoller ist es jedoch, stark beanspruchte und weniger beanspruchte Bereiche gezielt miteinander zu tauschen.
Besonders praktisch ist es, ein dunkles Segment an die bisherige Position eines hellen Segments zu setzen und umgekehrt. Dadurch bleiben sichtbare Abnutzungsunterschiede weniger auffällig.
Noch wichtiger ist allerdings, dass die bisherige Triple 20 anschließend an einer Position liegt, die deutlich seltener getroffen wird.
So erhält der stark beanspruchte Sisalbereich möglichst lange Zeit zur Entlastung.
Wer die Rotation möglichst effektiv gestalten möchte, sollte einen stark bespielten Bereich nicht direkt an eine andere häufig genutzte Position verschieben.
Neben der Triple 20 gehört insbesondere die Triple 19 zu den regelmäßig angespielten Feldern. Auch Triple 18, Triple 17 und verschiedene Doppel werden beim Checkout häufig benötigt.
Ein stark beanspruchter Abschnitt sollte deshalb besser zu einem eher selten gespielten Segment wandern.
Damit wird die Belastung tatsächlich verteilt und nicht lediglich an eine andere populäre Stelle verschoben.
Eine feste Zahl gibt es nicht. Die sinnvolle Häufigkeit hängt stark davon ab, wie viel gespielt wird.
Wer nur einmal pro Woche einige Legs wirft, muss das Board wesentlich seltener drehen als jemand, der täglich mehrere Stunden trainiert.
Für regelmäßige Hobbyspieler kann eine Rotation alle paar Wochen sinnvoll sein. Intensivspieler können deutlich häufiger drehen.
Statt einen starren Kalender einzuhalten, lohnt sich jedoch vor allem der Blick auf die Oberfläche. Sobald der Bereich rund um die Triple 20 sichtbar stärker beansprucht ist als benachbarte Segmente, ist die nächste Rotation fällig.
Manche Spieler warten bewusst lange, weil sie befürchten, häufiges Rotieren könne die Halterung oder das Board beschädigen. Bei einer dafür vorgesehenen Steeldartscheibe ist diese Sorge unbegründet.
Das regelmäßige Drehen gehört zum normalen Gebrauch.
Natürlich sollte die Scheibe dabei vorsichtig behandelt werden. Der Zahlenring muss nicht mit Gewalt abgezogen werden und das Board sollte nicht ständig von der Wand fallen.
Ein sauber montiertes System verkraftet regelmäßige Positionswechsel problemlos.
Ist die Triple 20 bereits deutlich weicher, ausgefranst oder verfärbt, kann das Drehen den entstandenen Schaden nicht rückgängig machen.
Die Rotation verhindert vor allem, dass ein einzelner Bereich überhaupt so weit verschleißt.
Deshalb lohnt es sich, bereits bei einem neuen Board damit zu beginnen. Wer von Anfang an regelmäßig rotiert, erhält über Jahre eine wesentlich gleichmäßigere Oberfläche.
Der häufigste Fehler besteht darin, erst über Boardpflege nachzudenken, wenn der erste Bereich bereits sichtbar verbraucht ist.
Bei regelmäßig benutzten Dartscheiben lassen sich beanspruchte Bereiche relativ leicht erkennen. Die Sisalfasern wirken dort etwas offener, heller oder unruhiger.
Besonders rund um das Triple kann sich die Oberfläche deutlich von wenig bespielten Segmenten unterscheiden.
Spätestens wenn dieser Unterschied auffällt, sollte gedreht werden.
Ideal ist es allerdings, nicht jedes Mal auf starke sichtbare Veränderungen zu warten. Eine einigermaßen regelmäßige Rotation hält den Verschleiß von vornherein gleichmäßiger.
Wenn Dartpfeile häufiger als früher aus einem bestimmten Bereich herausfallen, kann ein verschlissenes Board eine mögliche Ursache sein.
Allerdings sollte daraus nicht vorschnell geschlossen werden, dass das Sisal verbraucht ist. Stumpfe Spitzen, ungewöhnliche Einschlagwinkel oder Treffer auf den Spider können ebenfalls zu Abprallern führen.
Treten die Probleme jedoch auffällig häufig in einem stark bespielten Segment auf, während andere Bereiche Pfeile problemlos aufnehmen, lohnt sich eine Rotation.
So wandert frisches Material an die häufig genutzte Position.
Rotation verteilt Belastung, sie repariert jedoch keine zerstörten Fasern.
Wenn sich ein Bereich bereits deutlich wölbt, Löcher dauerhaft offen bleiben oder größere Sisalstücke herausbrechen, ist dieser Teil des Boards dauerhaft geschädigt.
Durch das Drehen lässt sich der beschädigte Bereich zwar aus der wichtigsten Zielzone entfernen, das Board wird dadurch aber nicht wieder neuwertig.
Genau deshalb ist vorbeugendes Rotieren so viel sinnvoller als eine späte Notlösung.
Das klingt selbstverständlich, verhindert aber unnötige Beschädigungen. Bevor das Board gelöst oder gedreht wird, sollten sämtliche Pfeile entfernt werden.
Ein Dart, der während der Bewegung im Board bleibt, kann durch seitliche Belastung die Sisalfasern stärker beschädigen oder die Spitze verbiegen.
Danach wird der Zahlenring entfernt beziehungsweise gelöst und das Board vorsichtig in die neue Position gebracht.
Die gesamte Arbeit dauert normalerweise nur wenige Minuten.
Nach der Rotation muss das Board neu ausgerichtet werden. Die Mitte der 20 sollte senkrecht über dem Bull liegen.
Eine schief montierte Dartscheibe verändert die Position der Segmente und damit die tatsächlichen Maße des Spiels.
Ein kleiner optischer Fehler fällt zunächst vielleicht kaum auf, kann beim Training aber dazu führen, dass man unbewusst auf leicht verschobene Felder zielt.
Deshalb lohnt sich eine kurze Kontrolle mit Wasserwaage oder einer entsprechenden Ausrichthilfe.
Eine schnelle Orientierung bietet die gegenüberliegende Position. Steht die 20 oben, muss die 3 exakt unten liegen.
Die horizontale Achse läuft entsprechend durch die seitlichen Bereiche des Boards.
Bei vielen modernen Halterungen lässt sich die Scheibe relativ fein drehen, bevor sie endgültig stabilisiert wird.
Ein paar Sekunden sorgfältiges Ausrichten verhindern, dass anschließend wochenlang auf ein schiefes Board gespielt wird.
Klassische Boards werden häufig über eine zentrale Schraube auf der Rückseite an einer Wandhalterung aufgehängt. Kleine Abstandshalter sorgen dafür, dass das Board nicht gegen die Wand wackelt.
Bei dieser Konstruktion lässt sich die Scheibe nach dem Entfernen des Zahlenrings meist unkompliziert drehen.
Andere Montagesysteme verwenden mehrere Fixierungspunkte oder spezielle Halterungen, die eine präzisere Ausrichtung ermöglichen.
Beim Kauf eines Dartboards lohnt es sich deshalb durchaus, auch auf die Befestigung zu achten. Ein System, das regelmäßiges Rotieren erleichtert, wird in der Praxis eher genutzt.
Wenn die Dartscheibe beim Herausziehen der Pfeile oder beim Einschlag wackelt, sollte dieses Problem unabhängig von der Rotation behoben werden.
Bewegung belastet nicht nur die Wandhalterung, sondern fühlt sich beim Spielen auch unangenehm an.
Viele Boards besitzen auf der Rückseite kleine justierbare Abstandshalter. Mit ihnen lässt sich die Scheibe stabil gegen die Wand drücken.
Nach jeder Rotation sollte kurz überprüft werden, ob alle Auflagepunkte weiterhin sauber sitzen.
Bei vielen Anlagen liegt ein Schaumstoff-Surround lediglich rund um die Dartscheibe und ist nicht fest mit ihr verbunden.
Je nach Passform kann das Board gedreht werden, ohne den Surround vollständig abzunehmen. Häufig ist es jedoch einfacher, den Schutzring kurz zu entfernen.
Dadurch lässt sich der Zahlenring besser erreichen und die neue Position sauber kontrollieren.
Anschließend wird der Surround einfach wieder aufgesetzt.
Auch bei Dartboards mit umlaufender LED-Beleuchtung bleibt das Prinzip identisch. Entscheidend ist lediglich, dass Zahlenring und Board erreichbar bleiben.
Bei manchen Lichtsystemen muss der Beleuchtungsring kurz entfernt werden, bevor die Scheibe gedreht werden kann.
Das ist zwar etwas mehr Aufwand, sollte aber nicht dazu führen, dass das Board jahrelang in derselben Position bleibt.
Eine hochwertige Beleuchtung ist schließlich wenig wert, wenn die Triple 20 darunter vorzeitig verschleißt.
Nicht nur die Zahl der Treffer entscheidet darüber, wie stark ein Board beansprucht wird. Auch der Zustand der Spitzen spielt eine Rolle.
Extrem raue oder aggressiv bearbeitete Points halten zwar hervorragend im Sisal, können beim Herausziehen jedoch Fasern stärker mitnehmen.
Sehr glatte Spitzen belasten das Material meist weniger, können dafür eher aus dem Board rutschen.
Ein sinnvoller Mittelweg besteht darin, die Spitze ausreichend griffig zu halten, ohne sie mit grobem Schleifpapier unnötig rau zu machen.
Beim Entfernen eines Dartpfeils sollte er möglichst gerade und kontrolliert aus der Scheibe gezogen werden.
Wer den Dart stark seitlich bewegt oder regelrecht heraushebelt, belastet die Sisalfasern zusätzlich.
Eine leichte Drehbewegung kann bei fest sitzenden Spitzen helfen, ohne das Loch unnötig aufzuweiten.
Gerade bei sehr griffigen Points lohnt es sich, etwas sorgfältiger vorzugehen.
Eine Dartscheibe aus Sisal sollte nicht mit Wasser behandelt werden. Der früher gelegentlich verbreitete Tipp, ein ausgetrocknetes Board anzufeuchten, ist bei modernen Boards keine gute Idee.
Feuchtigkeit kann Sisal quellen lassen, Verklebungen beeinträchtigen und das Board verformen.
Auch feuchte Lappen oder Reinigungsmittel haben auf der Spielfläche wenig verloren.
Die wichtigste Pflegemaßnahme besteht tatsächlich im regelmäßigen Drehen und einer geeigneten Lagerung beziehungsweise Raumumgebung.
Sisal ist ein Naturmaterial und reagiert auf Feuchtigkeit. Ein dauerhaft feuchter Keller oder eine Außenwand mit Kondensationsproblemen ist deshalb kein idealer Standort.
Zu hohe Luftfeuchtigkeit kann das Material verändern, während direkte Nässe unbedingt vermieden werden sollte.
Umgekehrt muss eine normale Dartscheibe auch nicht in einem klimatisierten Spezialraum hängen.
Ein gewöhnlicher trockener Wohn-, Hobby- oder Vereinsraum bietet normalerweise geeignete Bedingungen.
Starke Sonneneinstrahlung kann Farben ausbleichen und das Material über lange Zeit zusätzlich belasten.
Ein Board direkt neben einem großen Südfenster ist deshalb nicht der ideale Standort.
Auch starke Temperaturschwankungen sind unnötig. Eine Dartscheibe fühlt sich in einem relativ konstant temperierten Innenraum am wohlsten.
Wer seine Anlage in Garage oder Gartenhaus betreibt, sollte insbesondere Feuchtigkeit und extreme Temperaturen im Auge behalten.
Bei häufig gespielten Boards verblassen einzelne Bereiche oder wirken optisch unruhiger. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Scheibe unbrauchbar ist.
Entscheidend ist, wie gut das Sisal die Darts noch hält und ob die Oberfläche eben bleibt.
Ein optisch deutlich gebrauchtes Board kann technisch noch hervorragend funktionieren.
Regelmäßiges Drehen sorgt allerdings dafür, dass auch die sichtbare Alterung gleichmäßiger über die gesamte Oberfläche verteilt wird.
Die Metallstruktur, die die Segmente voneinander trennt, wird als Spider bezeichnet. Moderne hochwertige Boards verwenden sehr dünne Drähte ohne klassische dicke Klammern.
Durch das Drehen ändert sich natürlich auch die Position des Spiders relativ zu den Zahlen, weil Spider und Sisal eine feste Einheit bilden.
Das stellt kein Problem dar. Die gesamte Spielfläche wird gemeinsam rotiert und der Zahlenring anschließend angepasst.
Beschädigungen am Spider selbst lassen sich durch Rotation allerdings nicht beheben.
Auch bei älteren Steeldartboards mit vergleichsweise kräftigen Runddrähten gilt das gleiche Grundprinzip.
Der Unterschied liegt hauptsächlich darin, dass solche Boards häufiger Bounce-outs produzieren können, wenn ein Dart den Draht trifft.
Die Sisalbereiche lassen sich trotzdem gleichmäßig nutzen.
Falls der Zahlenring abnehmbar ist, lohnt sich regelmäßiges Rotieren auch bei einem älteren Modell.
Sehr günstige oder ungewöhnlich konstruierte Scheiben können Zahlen direkt auf der Spielfläche beziehungsweise auf einem nicht verstellbaren Rand besitzen.
Dann lässt sich das Board nicht sinnvoll drehen, ohne dass anschließend die falschen Werte an den Segmenten stehen.
Für ernsthaftes Steeldarttraining ist deshalb ein Board mit abnehmbarem Zahlenring deutlich praktischer.
Diese kleine konstruktive Eigenschaft entscheidet langfristig erheblich über die nutzbare Lebensdauer.
Wer ein neues Board auswählt, schaut meist auf Drahtsystem, Sisalqualität und Preis. Der Zahlenring verdient ebenfalls Beachtung.
Er sollte sauber verarbeitet, gut lesbar und problemlos abnehmbar sein.
Auch die Wandhalterung sollte eine spätere Rotation ermöglichen, ohne jedes Mal die komplette Montage neu vornehmen zu müssen.
Eine Dartscheibe ist schließlich ein Gebrauchsgegenstand, dessen Oberfläche bewusst gleichmäßig genutzt werden sollte.
Wer täglich trainiert, kann das Drehen einfach in die normale Dartpflege integrieren.
Beispielsweise lässt sich die Scheibe immer dann rotieren, wenn Flights kontrolliert, Spitzen gepflegt oder die Umgebung gereinigt wird.
Dadurch wird die Maßnahme nicht vergessen und die Belastung bleibt automatisch besser verteilt.
Ein aufwendiger Plan ist dafür nicht notwendig. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit.
Bei gelegentlicher Nutzung wäre ein fester wöchentlicher Rhythmus übertrieben.
Hier genügt es, die Triple 20 immer wieder mit weniger bespielten Bereichen zu vergleichen.
Sobald deutliche Unterschiede entstehen, wird das Board gedreht.
Auf diese Weise kann selbst eine Scheibe, die nur einige Abende pro Monat benutzt wird, über sehr viele Jahre hinweg eine brauchbare Spielfläche behalten.
Wer ausschließlich auf Triple 20 wirft, erzeugt naturgemäß besonders starken lokalen Verschleiß.
Ein vielseitiges Training verteilt die Treffer automatisch besser. Übungen auf Triple 19, Doppel, Bull und Checkoutwege schonen nicht nur die Scheibe, sondern verbessern gleichzeitig das eigene Spiel.
Das ist natürlich kein Ersatz für die Rotation. Auch ein vielseitig trainierender Spieler wird bestimmte Bereiche häufiger treffen.
Zusammen sorgen abwechslungsreiches Training und regelmäßiges Drehen jedoch für eine sehr gleichmäßige Nutzung.
Trainingsspiele wie Around the Clock führen den Spieler gezielt durch unterschiedliche Segmente des Boards.
Dadurch werden Bereiche getroffen, die beim klassischen Scoring kaum Beachtung finden.
Solche Übungen besitzen damit einen kleinen Nebeneffekt für die Lebensdauer der Dartscheibe.
Der eigentliche Grund für das Training bleibt natürlich die spielerische Verbesserung. Das Board freut sich gewissermaßen nebenbei darüber.
Ironischerweise verschleißt ein Dartboard bei guten Spielern lokal oft schneller als bei Anfängern.
Ein Anfänger trifft bei hundert Würfen viele unterschiedliche Bereiche. Ein erfahrener Spieler kann einen Großteil davon auf wenige Quadratzentimeter rund um die Triple 20 konzentrieren.
Dadurch steigt die lokale Trefferzahl enorm.
Je enger die Gruppierungen werden, desto wichtiger wird deshalb die regelmäßige Rotation.
Treffen mehrere Darts fast dieselbe Stelle, kollidieren sie teilweise miteinander und drücken die vorhandenen Pfeile seitlich.
Dadurch entstehen zusätzliche Belastungen im Sisal.
Besonders stark strukturierte Spitzen können bei solchen Bewegungen Fasern mitziehen.
Ein Board eines starken Spielers kann deshalb trotz insgesamt geringerer Wurfzahl lokal stärker verschleißen als das eines Gelegenheitsspielers mit großer Streuung.
Neben der technischen Lebensdauer besitzt Rotation auch einen optischen Vorteil.
Eine einzelne ausgefranste Triple 20 fällt sofort auf. Wird das Board dagegen regelmäßig gedreht, verteilt sich die Alterung auf viele Segmente.
Die Spielfläche wirkt dadurch über lange Zeit homogener.
Gerade bei einer fest eingerichteten Dartanlage im Wohnraum oder Vereinslokal ist das ein angenehmer Nebeneffekt.
Einige optische Gebrauchsspuren sind kein Grund für einen Austausch. Kritischer wird es, wenn Darts in mehreren Bereichen nicht mehr zuverlässig halten, größere Sisalstücke herausfallen oder sich die Oberfläche deutlich verformt.
Auch ein stark beschädigter Spider kann irgendwann zum Problem werden.
Wenn regelmäßiges Rotieren nur noch dazu führt, dass immer wieder andere verschlissene Bereiche an die Hauptpositionen gelangen, ist die gesamte Fläche weitgehend verbraucht.
Dann ist ein neues Board sinnvoller als weitere Pflegeversuche.
Hochwertige Dartscheiben kosten mehr als einfache Einsteigermodelle. Durch regelmäßiges Drehen lässt sich ihre mögliche Nutzungsdauer jedoch wesentlich besser ausschöpfen.
Dadurch kann ein zunächst teureres Board langfristig sogar wirtschaftlicher sein als mehrere günstige Scheiben, die jeweils nur an der Triple 20 verschlissen werden.
Entscheidend ist, tatsächlich die gesamte vorhandene Sisalfläche zu nutzen.
Wer immer nur denselben Abschnitt bespielt, verwendet im Grunde nur einen kleinen Teil seines Dartboards.
Der vielleicht überzeugendste Grund für regelmäßiges Drehen ist der geringe Aufwand. Darts entfernen, Zahlenring lösen, Board weiterdrehen, Ring wieder aufsetzen und die 20 sauber ausrichten – mehr ist normalerweise nicht notwendig.
Diese wenigen Minuten können einen erheblichen Unterschied für die Lebensdauer der Dartscheibe machen.
Teure Pflegemittel, Sprays oder besondere Behandlungen werden nicht benötigt.
Die wichtigste Wartung eines modernen Sisalboards besteht darin, seine Fläche möglichst gleichmäßig zu nutzen.
Wer mit einem neuen Board beginnt, sollte die Rotation von Anfang an als normalen Bestandteil des Dartspielens betrachten. Dann entsteht gar nicht erst die typische völlig zerlegte Triple 20 neben nahezu jungfräulichen Randsegmenten.
Wie häufig gedreht werden muss, hängt von der Nutzung ab. Vielspieler kontrollieren das Board entsprechend öfter, Gelegenheitsspieler seltener.
Der Grundsatz bleibt jedoch immer gleich: Sobald sich die Belastung sichtbar auf einzelne Bereiche konzentriert, bekommt ein weniger beanspruchter Teil des Sisals deren Aufgabe. So nutzt man nicht nur die wenigen Quadratzentimeter rund um die Triple 20, sondern tatsächlich die gesamte Dartscheibe – und genau dadurch kann ein gutes Dartboard deutlich länger halten.
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