Dartscheiben, Darts und Ausrüstung wie ein Profi
Der erste Dart steckt sauber im Triple 20, aber der Flight zeigt deutlich nach oben. Der nächste landet fast waagerecht im Board, während ein anderer mit herunterhängendem Heck einschlägt. Besonders Einsteiger fragen sich dann schnell, ob mit ihren Dartpfeilen etwas nicht stimmt. Dabei ist ein schräg steckender Dart zunächst überhaupt kein Problem. Entscheidend ist weniger, ob der Pfeil optisch gerade aussieht, sondern ob sein Einschlagwinkel reproduzierbar ist und zu den folgenden Würfen passt. Erst wenn die Darts sehr unterschiedlich stecken, instabil fliegen oder sich gegenseitig den Weg versperren, lohnt sich eine gezielte Veränderung des Setups.
Ein häufiges Missverständnis besteht darin, einen waagerecht steckenden Dart als technisch perfekten Zustand anzusehen. Tatsächlich gibt es keinen vorgeschriebenen Einschlagwinkel. Ein Dart kann mit dem Flight nach oben, nach unten oder annähernd horizontal im Board stecken und trotzdem sehr präzise geworfen worden sein.
Der Winkel entsteht aus einer Kombination von Wurftechnik und Material. Release, Abwurfhöhe, Geschwindigkeit, Schwerpunkt, Shaftlänge und Flightform beeinflussen gemeinsam, wie sich der Pfeil auf dem Weg zum Board ausrichtet. Deshalb besitzt praktisch jeder Spieler einen etwas anderen typischen Einschlagwinkel.
Viel wichtiger als die genaue Position eines einzelnen Dartpfeils ist die Frage, ob mehrere Würfe ähnlich aussehen. Stecken drei Pfeile ungefähr im selben Winkel, spricht das dafür, dass Wurf und Setup grundsätzlich zusammenpassen.
Anders sieht es aus, wenn jeder Dart völlig anders im Board steckt. Zeigt der erste Flight stark nach oben, der zweite nach unten und der dritte zusätzlich seitlich weg, lohnt sich eine genauere Analyse. Dann kann entweder der Release von Wurf zu Wurf variieren oder ein Bestandteil des Dartpfeils ungeeignet beziehungsweise beschädigt sein.
Ein gleichmäßiger schräger Winkel ist deshalb meist weniger problematisch als drei scheinbar zufällige Einschlagpositionen.
Viele Dartspieler werfen so, dass die Spitze zuerst relativ steil ins Board eintritt und der Flight anschließend leicht nach oben zeigt. Dieser Winkel ist vollkommen normal.
Er kann sogar einen praktischen Vorteil haben. Der hintere Teil des Pfeils bildet gewissermaßen eine kleine Rampe. Ein nachfolgender Dart kann am bereits steckenden Flight entlanglaufen und dadurch ebenfalls in Richtung des gewünschten Feldes gelangen.
Gerade beim Spiel auf die Triple 20 kann eine solche Anordnung günstig sein, wenn oberhalb des ersten Pfeils noch ausreichend Platz vorhanden ist. Es besteht deshalb kein Grund, ein funktionierendes Setup nur deshalb zu verändern, weil die Flights etwas nach oben zeigen.
Problematisch kann der Winkel werden, wenn die Darts nahezu senkrecht nach unten im Board hängen und die Flights einen großen Teil des Zielfeldes verdecken. Dann blockiert der erste Pfeil möglicherweise die Flugbahn der folgenden Darts.
Besonders große Standard-Flights nehmen bei einem sehr steilen Winkel relativ viel Raum ein. Der Spieler sieht das gewünschte Segment zwar weiterhin, der nachfolgende Dart muss aber möglicherweise am Flight vorbeifliegen.
In diesem Fall kann es sinnvoll sein, mit Shaftlänge oder Flightform zu experimentieren. Eine kleine Veränderung reicht häufig bereits aus, um den Einschlagwinkel etwas flacher zu gestalten.
Bei manchen Spielern steckt der Dart so im Board, dass das Heck leicht nach unten zeigt. Auch dieser Winkel kann vollkommen stabil und reproduzierbar sein.
Die Oberseite des Barrels bleibt dadurch relativ frei. Ein nachfolgender Dart kann oberhalb des ersten Pfeils einschlagen. Je nach bevorzugter Gruppierung kann diese Anordnung sogar gut zum persönlichen Spiel passen.
Schwieriger wird es, wenn das Heck sehr stark herunterhängt. Dann kann der Flight unterhalb des Zielfeldes viel Raum beanspruchen. Gerade wenn weitere Darts aus ähnlicher Richtung kommen, entstehen häufiger Kollisionen.
Beim Dart geht es nicht nur darum, einen einzelnen Pfeil möglichst genau zu platzieren. Drei Darts müssen innerhalb eines sehr kleinen Bereichs Platz finden.
Deshalb beeinflusst die Position des ersten Pfeils die nächsten Würfe. Ein ungünstig stehender Flight kann einen Teil des Feldes verdecken oder kommende Darts ablenken. Andererseits kann ein günstig stehender Pfeil als Orientierung oder sogar als kleine Leitfläche dienen.
Ob ein bestimmter Winkel gut oder schlecht ist, lässt sich deshalb am besten anhand der Gruppierungen beurteilen. Wenn drei Darts regelmäßig eng nebeneinander Platz finden, besteht kaum Anlass, den Einschlagwinkel künstlich zu verändern.
Der Shaft ist eines der einfachsten Bauteile, mit denen sich das Verhalten eines Dartpfeils beeinflussen lässt. Unterschiedliche Längen verändern die Gesamtlänge des Darts und die Position des Flights relativ zum Schwerpunkt.
Ein längerer Shaft platziert den Flight weiter hinter dem Barrel. Dadurch verändert sich die stabilisierende Wirkung des Luftwiderstands. Bei manchen Spielern richtet sich der Dart dadurch während des Flugs anders aus und steckt anschließend flacher oder steiler im Board.
Ein kurzer Shaft macht das Setup kompakter. Auch dadurch kann sich der Einschlagwinkel merklich verändern. Welche Richtung die Veränderung bei einem bestimmten Spieler nimmt, lässt sich jedoch nicht zuverlässig allein aus der Shaftlänge vorhersagen, weil der persönliche Wurf einen großen Einfluss besitzt.
Es gibt keine universelle Formel, nach der ein längerer Shaft automatisch einen bestimmten Einschlagwinkel produziert. Zwei Spieler können mit exakt demselben Dart vollkommen unterschiedliche Ergebnisse erzielen.
Wer seinen Winkel verändern möchte, sollte deshalb praktisch testen. Dabei genügt zunächst ein Satz kurzer, mittlerer und längerer Shafts. Alle anderen Bestandteile des Darts bleiben unverändert.
Nach einigen Würfen wird meist schnell sichtbar, welche Variante zu einer angenehmen Flugbahn führt. Wichtig ist, nicht nach drei einzelnen Darts zu urteilen. Erst mehrere Aufnahmen zeigen, ob sich der neue Winkel tatsächlich stabil reproduzieren lässt.
Flights erzeugen Luftwiderstand und helfen dabei, das Heck des Dartpfeils hinter der Spitze auszurichten. Je größer ihre Fläche ist, desto stärker fällt diese Wirkung grundsätzlich aus.
Ein klassischer Standard-Flight bietet relativ viel Fläche und sorgt bei vielen Setups für einen ruhigen Flug. Besonders Anfänger profitieren häufig von dieser gutmütigen Charakteristik.
Die zusätzliche Stabilisierung beeinflusst allerdings auch den Einschlagwinkel. Wer seine Flightform verändert, sollte deshalb nicht nur beobachten, ob der Dart höher oder tiefer steckt, sondern auch, ob die Flugbahn insgesamt ruhiger wird.
Kleinere Flightformen bieten weniger Luftwiderstand. Der Dart wird weniger stark abgebremst und stabilisiert. Bei einem schnellen, sauberen Wurf kann das sehr gut funktionieren.
Ein kleiner Flight kann außerdem den Platz rund um bereits steckende Darts vergrößern. Deshalb experimentieren viele Spieler mit unterschiedlichen Formen, wenn Standard-Flights regelmäßig die folgenden Würfe blockieren.
Allerdings sollte eine kleinere Form nicht ausschließlich gewählt werden, um das Board optisch freier zu halten. Wenn der Dart dadurch plötzlich unruhig fliegt, ist der gewonnene Platz wenig wert.
Dartpfeile können frontlastig, weitgehend neutral oder stärker zum hinteren Bereich hin ausbalanciert sein. Diese Gewichtsverteilung wirkt sich darauf aus, wie sich der Pfeil nach dem Release ausrichtet.
Ein frontlastiger Dart besitzt einen Schwerpunkt näher an der Spitze. Das kann bei bestimmten Wurftechniken zu einem anderen Eintrittswinkel führen als ein langes, gleichmäßig ausbalanciertes Barrel.
Besonders wichtig ist dabei die Griffposition. Wer weit hinten greift, übt auf einen frontlastigen Dart andere Kräfte aus als ein Spieler, der direkt am Schwerpunkt hält. Deshalb lässt sich die Barrelbalance nie vollständig getrennt vom persönlichen Griff betrachten.
Bevor mehrere neue Bauteile gekauft werden, lohnt sich ein Blick auf die eigene Hand. Schon wenige Millimeter Unterschied beim Greifen können das Verhalten des Darts verändern.
Wer weiter vorne greift, kontrolliert das Barrel näher an der Spitze beziehungsweise am Schwerpunkt. Ein Hintergriff erzeugt einen anderen Hebel während der Beschleunigung und des Releases.
Besonders auffällig wird dies, wenn ein Spieler den Dart nicht immer an derselben Stelle hält. Dann verändert sich möglicherweise auch der Einschlagwinkel ständig. In diesem Fall bringt ein neues Setup wenig, solange der Griff nicht reproduzierbarer wird.
Wenn baugleiche Dartpfeile innerhalb derselben Aufnahme völlig unterschiedlich stecken, liegt die Ursache häufig nicht beim Material. Ein wechselnder Release kann denselben Dart auf sehr unterschiedliche Flugbahnen schicken.
Öffnen sich die Finger einmal etwas früher und beim nächsten Wurf später, verändert sich bereits der Abwurfwinkel. Bleibt zusätzlich ein Finger kurz am Barrel hängen, erhält der Dart möglicherweise einen seitlichen Impuls.
Deshalb sollte nicht automatisch am Material geschraubt werden, sobald zwei Pfeile anders stecken. Erst wenn ein bestimmtes Verhalten über viele Würfe hinweg regelmäßig auftritt, lohnt sich eine technische oder materielle Anpassung.
Ein Pfeil, dessen Flight nach oben oder unten zeigt, ist meist unproblematisch. Deutlich auffälliger ist ein Dart, dessen hinteres Ende regelmäßig seitlich aus der Achse steht.
Das kann auf eine seitliche Bewegung beim Release hinweisen. Der Dart wurde dann möglicherweise nicht exakt in Richtung des Boards freigegeben, sondern erhielt zusätzlich einen seitlichen Impuls.
Auch beschädigte Shafts, nicht sauber montierte Flights oder verbogene Spitzen können einen solchen Effekt verursachen. Deshalb sollte bei deutlicher seitlicher Schrägstellung zunächst das Material kontrolliert werden.
Ein Flight muss keine sichtbaren großen Löcher besitzen, um seine Form verloren zu haben. Nach zahlreichen Treffern können einzelne Flügel dauerhaft verbogen oder eingedrückt sein.
Sind die vier Flächen nicht mehr gleichmäßig angeordnet, wirkt der Luftwiderstand nicht symmetrisch auf den Dart. Dadurch kann sich die Flugbahn verändern.
Wenn ein einzelner Pfeil plötzlich anders steckt als die beiden anderen, ist ein Tausch der Flights deshalb eine der einfachsten Prüfungen. Bleibt der Effekt danach verschwunden, war nicht die Wurftechnik das Problem.
Auch Shafts sind Verschleißteile. Kunststoff kann beschädigt werden, während Aluminium nach harten Treffern oder Stürzen verbogen sein kann.
Schon eine kleine Abweichung führt dazu, dass Flight und Barrel nicht mehr exakt auf derselben Achse liegen. Während des Flugs versucht der Luftwiderstand dann, einen ohnehin asymmetrischen Dart zu stabilisieren.
Wer ungewöhnliche Einschlagwinkel beobachtet, sollte deshalb jeden Pfeil einzeln betrachten. Wenn immer derselbe Dart auffällig ist, während die anderen beiden normal fliegen, spricht vieles für ein Materialproblem.
Auch die Dartspitze trägt zum endgültigen Einschlagwinkel bei. Eine gerade und ausreichend griffige Spitze dringt zuverlässig in das Sisal ein. Eine stark beschädigte oder verbogene Spitze kann dagegen anders reagieren.
Besonders nach einem Sturz auf einen harten Boden sollte kontrolliert werden, ob die Spitze noch exakt in der Achse des Barrels steht.
Ein Dart, der während des Flugs vollkommen stabil aussieht und trotzdem regelmäßig merkwürdig im Board sitzt, kann deshalb ebenfalls einen mechanischen Defekt besitzen.
Nicht jedes Dartboard befindet sich im selben Zustand. Bei einem stark abgenutzten Board sind einzelne Bereiche weicher oder härter als andere. Auch stark beanspruchte Segmente können Dartspitzen unterschiedlich aufnehmen.
Trifft ein Pfeil eine harte Stelle oder einen Draht, verändert sich sein Einschlagwinkel unter Umständen im letzten Moment erheblich. Ein einzelner ungewöhnlich steckender Dart sagt deshalb überhaupt nichts über das Setup aus.
Wer systematisch testen möchte, sollte viele Würfe über unterschiedliche Bereiche des Boards verteilen und nicht ausschließlich ein bereits stark beanspruchtes Triple-Feld betrachten.
Ein Dart kann einen anderen Pfeil, den Draht oder eine Flightkante berühren und anschließend trotzdem im Board landen. Sein endgültiger Winkel entspricht dann nicht mehr seiner ursprünglichen Flugbahn.
Gerade bei engen Gruppierungen passiert dies häufiger. Der Pfeil wird unmittelbar vor dem Einschlag abgelenkt und steckt anschließend scheinbar völlig falsch.
Solche Treffer sollten bei der Beurteilung des Setups ignoriert werden. Interessant sind nur freie Würfe, bei denen der Dart ohne erkennbare Kollision ins Board gelangt.
Dartspieler neigen dazu, funktionierende Dinge zu optimieren. Neue Shafts, neue Flights oder ein anderes Barrel versprechen möglicherweise noch bessere Ergebnisse. Dabei kann eine Veränderung auch einen bislang stabilen Bewegungsablauf zerstören.
Wenn ein Spieler konstant wirft, die Darts eng gruppiert und mit seinem Einschlagwinkel keine Probleme beim Platzieren der folgenden Pfeile hat, besteht kein sachlicher Grund für eine Veränderung.
Das Setup erfüllt dann seinen Zweck – unabhängig davon, ob die Darts auf einem Foto besonders gerade aussehen.
Eine Anpassung wird interessant, wenn der Einschlagwinkel das Spiel tatsächlich beeinträchtigt. Dazu gehört beispielsweise ein Flight, der regelmäßig große Teile des gewünschten Feldes blockiert. Auch starke Unterschiede zwischen den einzelnen Pfeilen oder ein dauerhaft instabiler Flug sind gute Gründe für eine genauere Untersuchung.
Dasselbe gilt, wenn Darts aufgrund ihres Winkels besonders häufig an bereits steckenden Pfeilen abprallen. Dann kann eine andere Shaftlänge oder Flightform möglicherweise mehr Platz schaffen.
Die Veränderung sollte aber immer ein konkretes Problem lösen und nicht nur einem theoretischen Ideal dienen.
Wer seinen Einschlagwinkel gezielt beeinflussen möchte, sollte systematisch vorgehen. Zunächst wird beispielsweise ausschließlich die Shaftlänge verändert. Gewicht, Barrel und Flight bleiben gleich.
Anschließend werden ausreichend viele Darts geworfen und das Ergebnis beobachtet. Erst danach folgt gegebenenfalls eine andere Flightform.
Wer gleichzeitig Shafts, Flights und Griff verändert, erhält zwar einen völlig anderen Dart, weiß aber anschließend nicht, welche Anpassung tatsächlich geholfen hat.
Ein optisch perfekter Einschlagwinkel ist wertlos, wenn die Darts über das gesamte Board verteilt sind. Umgekehrt kann ein ungewöhnlich steckender Dart hervorragend funktionieren, wenn die folgenden Pfeile zuverlässig daneben Platz finden.
Deshalb sollte bei jedem Test zuerst die Gruppierung betrachtet werden. Liegen die Darts enger zusammen? Fühlt sich der Wurf natürlicher an? Kommen die folgenden Pfeile besser am ersten vorbei? Bleibt der Winkel über viele Aufnahmen hinweg ähnlich?
Diese Fragen sind wesentlich aussagekräftiger als die bloße Beobachtung, ob ein Dart parallel zum Boden steckt.
Beim Dart existieren erstaunlich viele funktionierende Kombinationen. Manche Spieler verwenden kurze Barrels und lange Shafts, andere extrem kompakte Setups. Einige Darts stecken fast waagerecht im Board, andere deutlich schräg.
Diese Unterschiede entstehen, weil Material und Wurftechnik ein gemeinsames System bilden. Ein Setup, das bei einem Spieler perfekt funktioniert, kann bei einem anderen vollkommen ungeeignet sein.
Wer seine Darts kontrolliert, reproduzierbar und eng gruppiert ins Board bringt, hat deshalb bereits die wichtigste Antwort gefunden. Der Einschlagwinkel muss nicht schön aussehen. Er muss dafür sorgen, dass der erste Dart den nächsten beiden möglichst wenig im Weg steht und sich der gesamte Wurf zuverlässig wiederholen lässt.
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